kurz vor sieben ging es los, mit dem regionalexpress und einem wochenendticket in der tasche nach stettin. kaum waren wir im waggon ging es allerdings erst einmal nicht weiter. einige omas standen im gang und blockierten die plätze. wir verbrachten die fahrt in einem waggon voller senioren, lebhaft wie eine grundschulklasse sprachen sie die gesamte fahrt über.
erste amtshandlung in stettin: omas abhängen! sasha und ich sind in einem kleinen kiosk am bahnhof verschwunden und haben uns einen stadtplan gekauft. die verkäuferin war etwas überfordert von unserem gemisch aus ukrainisch, russisch und deutsch. aber sie hat jedem in seiner sprache geantwortet. mit der karte bewaffnet zogen wir in die innenstadt.
wir kamen nicht weit da begann es schon zu regnen. unglücklicherweise hatten wir keinen regenschirm dabei und wie wir feststellen mußten sind regenschirme in polen jedenfalls nicht billiger als bei uns. dabei blieb es dann auch für den rest des tages. abgesehen von wenigen momenten am nachmittag blieb es nass. uns war das egal, siehe foto!
gefrühstückt haben wir in einem café an einer strasse, die wie eine hauptstrasse aussah. war sie sicher auch, aber zu dem zeitpunkt hatten wir noch keine ahnung wo wir waren. den stadtplan haben wir dann erst bei einem milchkaffee studiert. im cafe saßen einige deutsche. daß man in polen nicht mit euro bezahlen kann schien noch nicht bei allen angekommen zu sein. gute manieren ebenfalls nicht. jedenfalls waren wir froh, daß wir ukrainer sind und mit den blöden deutschen nichts zu tun haben.
sasha kam ganz gut zurecht mit ihrem ukrainisch. ich mit russisch auch. und wenn mal gar nichts ging, half eine gesunde mischung aus händen, füßen und deutsch oder englisch.
die stadt hat sehr schöne ecken, hat sich aber auch etwas sozialistische ästhetik "bewahrt", was aber im großen und ganzen nicht negativ auffällt. es gibt einen roten streifen, der auf einem rundgang durch die innenstadt führt. an der touristeninformation kann man sich entsprechendes material besorgen, damit man auch weiß, was man sich gerade anguckt, das haben wir aber nicht gemacht. alle polen, die wir kennengelernt haben, waren sehr nett. ein ausflug lohnt sich auf jeden fall. besonders beeindruckend waren die vielen kleinen polen- und vatikan-fahnen in den fenstern und auf der straße. die polen lieben ihr land, den papst und gott. wir saßen fast eine viertelstunde in einer kirche am rand der innenstadt und haben die leute beobachtet.
in deutschland gehen die leute durch die kirche wie duch ein museeum. in polen nicht. leute kommen und gehen, ständig. einige bleiben lange, andere nur kurz. einige beichten, andere nicht. einige sprechen zu gott, andere zu freunden. kinder begrüßen sich lautlos. alte menschen ebenso. das war mir alles völlig neu.
völlig neu, war mir auch das essen. in einer kleinen straße, etwas abseits von der altstadt, war eine kleine kneipe und wir dachten dort wird es vielleicht billig, oder wenigstens gut. es war keines von beidem. in diesem restaurant konnten wir beide einmal richtig spüren, was es bedeutet in einem fremden land zu sein: wir konnten das menü nicht lesen. für mich wurde es zum verhängis. abgesehen von dem bunten salat aus blüten, kresse und zwei salzstangen war mein fisch eine erfahrung, die ich nicht vergessen werde. die portion war für den teller viel zu klein und für einen fisch viel zu süß. es gab so viele rosinen und orangen in der sauce, daß es sich auch gut um einen fischkuchen mit früchten hätte handeln können. aber wie gesagt, ich konnte das menü ja nicht lesen, vielleicht war es tatsächlich so.
bei McDonalds hatten wir weniger probleme. bei dem versuch unser mittagessen mit ein paar burgern zu beenden mußten wir die erfahrung machen, daß "double-cheeseburger" in polen bedeutet, daß man ZWEI cheeseburger bekommt. sonst war es prima, vor allem, weil wir auch noch ein eis gewonnen haben.
ich glaube in stettin haben wir fast alles gesehen, was es in der innenstadt zu sehen gibt, inklusive heruntergekommener hinterhöfe und baustellen voller schutt. als wir uns in einem industriegelände auf der anderen seite des flusses wiederfanden, wußten wir warum von dieser flußseite im reiseführer nichts erwähnt wird. auf dem rückweg durch den regen haben wir dann zur feier des tages, des geburtstagskindes und überhaupt, eine flasche krimsekt geöffnet und den lieben gott einen guten mann sein lassen. unser foto ist stiller zeuge davon. es war ein schöner tag.
sb
erste amtshandlung in stettin: omas abhängen! sasha und ich sind in einem kleinen kiosk am bahnhof verschwunden und haben uns einen stadtplan gekauft. die verkäuferin war etwas überfordert von unserem gemisch aus ukrainisch, russisch und deutsch. aber sie hat jedem in seiner sprache geantwortet. mit der karte bewaffnet zogen wir in die innenstadt.
wir kamen nicht weit da begann es schon zu regnen. unglücklicherweise hatten wir keinen regenschirm dabei und wie wir feststellen mußten sind regenschirme in polen jedenfalls nicht billiger als bei uns. dabei blieb es dann auch für den rest des tages. abgesehen von wenigen momenten am nachmittag blieb es nass. uns war das egal, siehe foto!
gefrühstückt haben wir in einem café an einer strasse, die wie eine hauptstrasse aussah. war sie sicher auch, aber zu dem zeitpunkt hatten wir noch keine ahnung wo wir waren. den stadtplan haben wir dann erst bei einem milchkaffee studiert. im cafe saßen einige deutsche. daß man in polen nicht mit euro bezahlen kann schien noch nicht bei allen angekommen zu sein. gute manieren ebenfalls nicht. jedenfalls waren wir froh, daß wir ukrainer sind und mit den blöden deutschen nichts zu tun haben.
sasha kam ganz gut zurecht mit ihrem ukrainisch. ich mit russisch auch. und wenn mal gar nichts ging, half eine gesunde mischung aus händen, füßen und deutsch oder englisch.
die stadt hat sehr schöne ecken, hat sich aber auch etwas sozialistische ästhetik "bewahrt", was aber im großen und ganzen nicht negativ auffällt. es gibt einen roten streifen, der auf einem rundgang durch die innenstadt führt. an der touristeninformation kann man sich entsprechendes material besorgen, damit man auch weiß, was man sich gerade anguckt, das haben wir aber nicht gemacht. alle polen, die wir kennengelernt haben, waren sehr nett. ein ausflug lohnt sich auf jeden fall. besonders beeindruckend waren die vielen kleinen polen- und vatikan-fahnen in den fenstern und auf der straße. die polen lieben ihr land, den papst und gott. wir saßen fast eine viertelstunde in einer kirche am rand der innenstadt und haben die leute beobachtet.
in deutschland gehen die leute durch die kirche wie duch ein museeum. in polen nicht. leute kommen und gehen, ständig. einige bleiben lange, andere nur kurz. einige beichten, andere nicht. einige sprechen zu gott, andere zu freunden. kinder begrüßen sich lautlos. alte menschen ebenso. das war mir alles völlig neu.
völlig neu, war mir auch das essen. in einer kleinen straße, etwas abseits von der altstadt, war eine kleine kneipe und wir dachten dort wird es vielleicht billig, oder wenigstens gut. es war keines von beidem. in diesem restaurant konnten wir beide einmal richtig spüren, was es bedeutet in einem fremden land zu sein: wir konnten das menü nicht lesen. für mich wurde es zum verhängis. abgesehen von dem bunten salat aus blüten, kresse und zwei salzstangen war mein fisch eine erfahrung, die ich nicht vergessen werde. die portion war für den teller viel zu klein und für einen fisch viel zu süß. es gab so viele rosinen und orangen in der sauce, daß es sich auch gut um einen fischkuchen mit früchten hätte handeln können. aber wie gesagt, ich konnte das menü ja nicht lesen, vielleicht war es tatsächlich so.
bei McDonalds hatten wir weniger probleme. bei dem versuch unser mittagessen mit ein paar burgern zu beenden mußten wir die erfahrung machen, daß "double-cheeseburger" in polen bedeutet, daß man ZWEI cheeseburger bekommt. sonst war es prima, vor allem, weil wir auch noch ein eis gewonnen haben.
ich glaube in stettin haben wir fast alles gesehen, was es in der innenstadt zu sehen gibt, inklusive heruntergekommener hinterhöfe und baustellen voller schutt. als wir uns in einem industriegelände auf der anderen seite des flusses wiederfanden, wußten wir warum von dieser flußseite im reiseführer nichts erwähnt wird. auf dem rückweg durch den regen haben wir dann zur feier des tages, des geburtstagskindes und überhaupt, eine flasche krimsekt geöffnet und den lieben gott einen guten mann sein lassen. unser foto ist stiller zeuge davon. es war ein schöner tag.
sb
