seit vorgestern bin ich in bielefeld, einer stadt, die es eigentlich gar nicht gibt (
bielefeldverschwörung). ich muß sagen es wirkt täuschend echt hier. ;-)
ich nehme an einer training school für biomedical data sonification teil. bisher arbeite ich auf arbeit nach dem motto "the data is the sound" da der sound bei unserem ball auf einem physikalischen modell basiert, daß explizit auf den klang ausgerichtet ist (und zwar in echtzeit). in diesem seminar geht es nun darum eine multi-dimensionale datenmenge (beispielsweise EEG-daten eines epileptikers) zu "sonifizieren". das ist etwas ganz anderes.
es ist ganz interessant, vor allem weil ich davon keine ahnung habe und ständig überlege, wie man das auf meine sachen anwenden könnte. wahrscheinlich ist es nicht möglich.
nebenbei ist in bielefeld auch zeit für einige andere feststellungen: westdeutsche innenstädte sehen alle gleich aus, alt-bier schmeckt fantastisch, die bedienung in den bielefelder restaurants kann sich bestellungen nicht merken (ein empirisch validiertes phänomen), die uni hier ist ein krasser monsterbau, es gibt ein "café berlin" (ohne "tip" und "zitty") und nach acht uhr ist tote hose in der innenstadt.
auf den straßen ist echt nichts los. die innenstadt kommt einem vor wie ein riesiges einkaufscenter ohne dach (und in einkaufscentern ist ja nach ladenschluß auch nicht mehr viel los). wenigstens kann ich so ruhig schlafen, obwohl das hotel im zentrum der stadt liegt.
aber vielleicht existiert bielefeld ja doch nicht, und der grund weshalb hier nach acht uhr nichts los ist, ist einfach der, daß die meisten komparsen dann dienstschluß haben und nach hause fahren.
und alles was bleibt sind besucher wie ich, die in den leeren kulissen umherirren.