Montag, 17. März 2008

streik

jetzt ist der streik also vorbei. ich hatte mich schon fast daran gewöhnt: lange märsche um freunde zu besuchen, körperkontakt in der s-bahn, fahrräder überall, völkerwanderung vom leopoldplatz zur s-bahn "wedding", fahrradstaus an kreuzungen.

und, besonders seltsam, die assis vom leopoldplatz waren auch verschwunden. ihre lieblingsstelle vor dem PLUS war total verwaist. ich habe eine weile darüber nachgedacht und bin zu folgenden überlegungen gekommen:

1. die assis streiken auch. die frage ist: wem wollen die damit etwas sagen? was sind ihre forderungen?!

2. die assis wohnen gar nicht im wedding und kommen nun wegen des U-bahnstreiks nicht zu ihrem lieblings-assi-treff. frage, wo wohnen die dann? und warum sind sie nicht gelaufen, so wie alle anderen auch?

3. die haupteinnahmequelle der freizeittrinker ist weggebrochen: das verkaufen von obdachlosenzeitschriften. die u-bahn streikt schließlich und in der s-bahn kann man sich nicht mehr bewegen. es lohnt sich also nicht zum PLUS zu gehen. Gegenargument: es lohnt immer zum PLUS zu kommen: der neueste tratsch, man muß mit dem hund gassi gehen, sie haben sowieso nichts zu tun.

4. mir ist aufgefallen, daß der u-bahn-eingang ein tor hat, welches die letzten tage selbstverständlich geschlossen war. und irgendwie schien es mir immer, daß die assis sich eher im eingang der u-bahn als im eingangsbereich des PLUS aufhalten. und da könnte was dran sein: während das einkaufszentrum einen wachdienst hat, der sie immer zurückdrängt, können sie auf dem gelände der BVG ungestört ihrem hobby nachgehen. und genau das ging die letzten tage nicht.

um ehrlich zu sein fand ich das schade. irgendetwas hatte gefehlt. und so war ich auch ein bisschen beruhigt als ich heute morgen sah wie einer dieser urlauber eine büchse hundefutter auf den boden gekippt hat, um seinen besten freund zu füttern und sich ungestört mit den anderen zu unterhalten. eine flasche tschechisches aus dem PLUS war auch schon geöffnet. endlich dürfen sie wieder. es gibt sicher viel zu erzählen.