Montag, 15. Oktober 2007

U9

auf der strecke der U9 wird gebaut, schon seit zweieinhalb monaten. das bedeutet für mich, daß ich die beiden stationen vom leopoldplatz bis zum westhafen im bus zurücklegen muß. bis ende oktober geht das noch so, glaube ich.
am anfang konnte ich mir nicht vorstellen, daß diese furchtbar lange zeit jemals enden würde, aber jetzt ist es fast so weit. mir werden vor allem die treppen am westhafen in erinnerung bleiben. der westhafen ist eine furchtbar verbaute station. wenn ich von der arbeit komme, komme ich unter der erde in der u-bahn an, dort führt die erste treppe in einen tunnel und am ende des tunnels die zweite treppe zur s-bahn. die dritte treppe führt dann hoch zur brücke über dem westhafen, wo der bus abfährt. 99 stufen sind es insgesamt.
am interessantesten ist es immer die faulen leute zu beobachten, die sich um den fahrstuhl an der ersten treppe drängen. ich nehme an, die meisten warten dort zu ersten mal. denn der fahrstuhl fährt ca. 2m in die höhe, dann ist die treppe zu ende und die leute gucken dumm aus ihrer wäsche, weil sie für ihre bequemlichkeit mit 5 minuten verschwendeter lebenszeit büßen.
ebenfalls interessieren würde mich, wie die BVG die fahrer auf dieser strecke rekrutiert. entweder die sind totale anfänger oder wären gern rennfahrer geworden, jedenfalls quälen sie mensch und maschine. oder kommt es nur mir so vor? gut, ich nehme an die strecke trägt nicht unwesentlich dazu bei. wie muß sich einer fühlen, der den ganzen tag vier stationen vom westhafen bis osloer straße und zurück unterwegs ist?! und noch dazu mit den wahrscheinlich ältesten bussen im fuhrpark. würde mich nicht wundern, wenn die dinger nach der baumaßnahme verschrottet werden.
und was ist eigentlich aus den typen geworden, die sonst auf der strecke immer die obdachlosenzeitschriften verkaufen und betteln gehen, um sich dann im PLUS am leopoldplatz das tschechische billigbier zu kaufen? sind die jetzt "arbeitslos"?
naja, warum sollen die nicht auch unter dem schienenersatzverkehr leiden. wir sitzen doch allen in einem boot. (oder bus.)

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