Sonntag, 10. August 2008

der mondsee


an unserem zweiten tag in den bergen haben wir eine wanderung zu einem bergsee auf 3400 meter höhe gemacht. als wir losgegangen sind, war es noch dunkel und kalt. wir waren 7 personen, ullrich und angelika, hartwig, professor tolmaz, masbut unser führer und wir zwei. es war ein toller tag - sonne, berge, sonnenbrand!


nach einer stunde lag dieses stück hinter uns (und wir haben nicht das esel-taxi am linken bildrand benutzt) und dieser berg vor uns:


es war sehr heiß und sehr anstrengend. einen großteil des weges sind wir zunächst entlang eines flusses gegangen, hier war der boden grün von gras und moos und relativ weich, besonders in einem flachen tal, daß wir am erreicht haben. hier war auch ein schäfer mit seinen schafen.
im prinzip sind wir ein langes tal entlang bergauf gewandert bis zu der stelle, wo wir dann der eigentliche anstieg begann. und der wurde lang und länger. die vegetation hat sich schlagartig geändert. man könnte eine linie ziehen wo die ebene endet und der berg beginnt. die berge bestehen aus festem sand und sind nur von büschen und kleinen bäumen bewachsen. auf einigen spitzen liegt ewiger schnee. unser ziel war ein kleines hochtal unterhalb der gipfel in dem es einen see gibt, den mondsee.
unsere gruppe wurde bei anstieg schon ziemlich schnell gesprengt, vorne weg ging der immer frühliche masbut ("wie geht es ihnen, meine gäste?") mit den beiden deutschen ullrich und hartwig. irgendwo dahinter wanderte angelika. ich war ebenfalls meist allein unterwegs, hab mich aber ab und zu nach hinten umgesehen und auf sasha gewartet. wir hatten auch nur zwei wasserflaschen und eine davon habe ich getragen. ganz hinten, unsichtbar für den rest, kämpfte professor tolmaz seinen einsamen kampf mit dem berg. nach dem ersten zwischenstopp ist er uns noch einmal begegnet, danach haben wir ihn für lange zeit nicht mehr gesehen.



auf dem video sieht man die berge, das tal aus dem wir kommen und den hang, an dem wir raufsteigen.
oben wurde dann alles ein bisschen flacher und es gab wieder wiesen. dann konnte man den see sehen und an einem kleinen trampelpfad war ein baum, der über und über mit kleinen bändern behängt war. hier binden die menschen ein band an und wünschen sich etwas vom mondsee. einige steigen extra hier herauf um sich kinder, gesundheit, glück oder sonst etwas zu wünschen.



an einigen stellen war das ufer trockener sand, an anderen stellen steine. die aussicht war fantastisch. innerhalb von drei stunden hatten wir es geschafft.


als sasha kam, fehlte nur noch der professor. und als wir irgendwann komplett waren wurde erstmal gegessen. masbut hatte eine ganze tasche voll wurst und brot usw. und hartwig hatte eine flasche cognac heraufgeschleppt von der aber keiner so richtig etwas wollte.
der boden war über und über mit schafkacke bedeckt. man mußte das einfach ignorieren, wenn man sich hier hinsetzen wollte. in der sonne war sowieso alles so ausgetrocknet, daß es ganz egal war. aber scheinbar ist der see ein wichtiger trink- und weideplatz. naja, für uns ja irgendwie auch.


dann ging es zurück, einen kleinen hügel hoch und dann nur noch runter, was auf die dauer auch ziemlich unangenehm werden kann. masbut und tolmaz sind teilweise rückwärts gelaufen. ich weiß nicht ob das eine übliche einheimische technik ist, ausprobiert habe ich das jedenfalls nicht.


nicht weit weg von unserem pfad gab es einen riesigen sandtrichter, ein kometeneinschlag oder sowas (wurde uns erzählt). das farbenspiel des sandes war jedenfalls beeindruckend. auf dem foto kommt es leider nicht so bunt und schön rüber wie es war.



der schäfer war immer noch im tal als wir dort ankamen. und das ist auch gar kein wunder, denn der bleibt den ganzen sommer hier und wenn die tiere zuviel abgefressen haben, zieht er für ein paar tage weiter hoch auf die bergwiesen. von den tieren (es waren mehrere hundert) gehören ihm nur 20 zwanzig, den rest hütet er nur und bekommt dafür geld. im winter werden die herden nach usbekistan oder kasachstan getrieben, dann liegt der schneee im tal einen meter hoch. so richtig viel lust zum erzählen hatte der schäfer nicht. ok, ihm ist wahrscheinlich langweilig, so stelle ich mir das zumindest vor, aber wenn dort jeden tag leute wie wir (wir waren nicht die einzigen an diesem tag) vorbeikommen und immer die gleichen fragen stellen, dann kann ich ihn verstehen. ich würde dann auch lieber zurück in den schatten gehen, mich auf die getrocknete schafkacke setzen und mich mit den schäferhunden langweilen.
zum schluß waren wir alle ziemlich müde. aber es war ein fantastischer tag.


und danach: müde beine, sonnenbrand und durchfall. wie und warum, das ist eine andere geschichte.

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