Samstag, 9. August 2008

fahrt in die berge


über staubige straßen ging es in die berge. viele straßen in tadschikistan sind nicht asphaltiert, obwohl gerade in letzter zeit einiges neu gebaut wird (oft mit chinesischem geld). die fahrt war nicht anstrengend, der fahrtwind hat uns gekühlt. schwierig wurde es nur als wir mal wieder zu viert auf der rückbank sitzen mußten. das ist in tadschikistan kein problem. auf der fahrt von der hochzeitsfeier nach hause haben wir mit 9 personen in einem mercedes gesessen: vier erwachsene und ein kind auf der rückbank, vorne zwei erwachsene und je ein kind auf dem schoß (da geld, daß wir dadurch für ein taxi gespart haben, wurde in 9 milcheis investiert).
leider ist eines der fahrzeuge unterwegs kaputt gegangen, deshalb haben wir irgendwo im nirgendwo an einer kreuzung den halben nachmittag verbracht. nach kurzer zeit wurden wir dort zur attraktion: ein LKW mit arbeitern auf der ladefläche drehte mehrere runden und wir wurden bejubelt. einfach so, weil es uns gab. dort an dieser kreuzung stehen wahrscheinlich nicht oft typen wie wir herum.


irgendwann ging es weiter. der nächste stopp war in einem "restaurant" oder tadschikischem "biergarten" oder so etwas, genau habe ich es nicht verstanden. es war ein ort an einem bergbach mit vielen bäumen und dazwischen plätze zum essen. serviert wurde das übliche: wassermelonen, honigmelonen, brot, pilaw und obst. alles hat sehr gut geschmeckt und es wurde wie immer viel diskutiert. außerdem tauchten wie immer neue gesichter auf. man macht praktisch ständig neue bekanntschaften, man setzt sich zusammen, erzählt und lernt sich kennen. tadschikistan ist ein sehr kommunikatives land. wie oft lernt man in deutschland eine neue person kennen? vielleicht eine pro monat? pro woche? in tadschikistan ist es mindestens eine pro mahlzeit!
nach den mahlzeiten kommt dann das, was sich (leider) nicht vermeiden läßt: der gang zur toilette. es sieht schlimmer aus, als es ist - aber es riecht wesentlich schlechter, als ihr euch vorstellen könnt! mit ein bisschen camping-erfahrung kommt man aber ganz gut zurecht.


unsere fahrt dauerte danach noch einige stunden. viel zeit um den himmel zu beobachten.



unsere unterkunft war so etwas wie ein feriendorf in den bergen. die zimmer waren in containern, es gab neue toiletten, eine kleine küche um speisen zuzubereiten und einen gemeinschaftsraum mit russischem fernsehen.
es war eine idylle: berge ringsum, die nacht war dunkel, ein paar jungs spielen fußball, die deutschen diskutieren über die plastikflaschen, die überall auf den wiesen herumliegen, im licht einer straßenlaterne wird eine ziege geschlachtet und im haus wird bereits das essen serviert (ohne ziege).

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