Montag, 4. August 2008

reise nach tadschikistan

dann will ich mal über unsere reise berichten (ich bin ein bisschen krank zurück gekommen, deshalb erst jetzt). bevor verwirrung aufkommt, möchte ich gleich darauf hinweisen, daß das datum dem reisetag entspricht und nicht der veröffentlichung (heute ist der 26.08.2008).

am anfang des urlaubs stand eine china-ente bei uns um die ecke. das war ein guter einstand und man soll ja auch nicht mit hungrigem magen auf die reise gehen. vor allem nicht, wenn die reise zunächst mit 24 stunden zugfahrt beginnt. das klingt länger als es ist, besonders wenn man schläft geht die zeit recht schnell vorbei, wenn man aber wach ist, dann kann es ziemlich schnell ziemlich langweilig werden. und spätestens ab der ukrainischen grenze wartet dann der ewig gleiche ausblick aus dem fenster:



in kiew waren wir dann bei sashas mutti und ich habe mir in der stadt den ersten sonnenbrand geholt


und dann ging es richtig los, mit dem flieger nach moskau! fliegen heißt vor allem eines: warten, und zunächst einmal nicht fliegen. man wartet im prinzip ständig, auf irgendwelche kontrollen meistens. am anfang haben wir voller erwartungen im kiewer flughafen borispol gewartet und uns mit den örtlichen sicherheitsvorschriften vertraut gemacht:


dangerous articles in baggage: handgranaten zum beispiel, dynamit oder was der reisende in osteuropa eben garade so zufällig dabei hat.
wir haben unsere pistolen und den sprengstoff dann doch lieber in kiew gelassen und sind voller erwartungen nach moskau geflogen.


irgendjemand hatte uns gewarnt, "waaas?! acht stunden in moskau? der flughafen ist so eine kleine bude und es wird sicher furchtbar warm und stickig!" - nun ja, eins kann ich bestätigen, acht stunden auf dem moskauer flughafen domodedowo sind tatsächlich furchtbar, aber klein und warm ist er nun wirklich nicht! domodedowo ist ein riesiger kühlschrank!!! und ich war in t-shirt und badelatschen, schließlich kamen wir aus kiew und wollten nach tadschikistan, den umstieg in der arktis hatten wir gar nicht richtig mit eingeplant.
wir haben uns dann im obersten stockwerk einen platz gesucht, an dem die klimaanlage nicht ganz so spürbar war und dann haben wir abgewartet. wie gesagt, warten ist das wichtigste.


wenn man genug geld hat und auf luxus steht, ist der flughafen ein paradis. hemden, uhren, lachsbrötchen - alles, was man grad so braucht. nur eines hat die idylle ein wenig getrübt: es hat acht stunden lang gepiept. irgendwo war ein sicherheitssystem von einem laden kaputt und hat ständig gepiept. echt, ich höre das heute noch.

abends durften wir dann endlich weiter, unser flug nach khujand war endlich an der reihe. schon vor der letzten kontrolle auf dem weg zum bus-shuttle war die stimmung irgendwie angespannt. die fluggäste, offensichtlich alles tadschiken, hatten entweder wahnsinniges heimweh oder waren auf der flucht vor irgendjemand. vielleicht war ihnen auch einfach nur kalt und deshalb drängten und schoben sie um in den bus zu kommen.
aber der bus war erst der anfang! auf der gangway ging es erst richtig los! eine resolute dame und mehrere sicherheitsbeamte hatten mühe die anstürmenden massen aufzuhalten. "zuerst der erste salon!", schrie die frau immer wieder. das flugzeug hatte zwei fluggasträume, einen vorne und einen hinten, der vordere hieß "der erste", der andere war "der zweite". sonst gab es keinen unterschied. daran lag es also nicht, daß alle verrückt spielten und zuerst einsteigen wollten. wir mußten in den ersten salon und haben versucht uns nach vorn zu drängen. es war anstrengend.
irgendwann waren wir dann drinnen. die dame gab auf und eine flut von passagieren strömte in das flugzeug. irgendjemand saß auf unserem platz, so ging es einigen. eigentlich hat jeder seinen festen sitzplatz, der steht auch auf dem ticket. aber das ist den tadschiken egal, die setzen ich erstmal wo es ihnen gefällt, deshalb müssen sie auch zuerst im flugzeug sein.


der flug war gut, es gab sehr gutes essen, der typ neben uns hatte einen laptop mit einem film (auf russisch) und ich konnte etwas schlafen.
in khujand ging die hektik dann gleich weiter. die sind einfach bloß verrückt, jeder will der erste sein, bei allem! es ging doch nur darum das gepäck abzuholen, dafür muß man doch nicht über leichen gehen! irgendwie war ich dann doch froh, daß keine handgranaten erlaubt waren.

wir wurden dann von umed abgeholt, er hatte noch einen verwandten mitgebracht, abduwali, der hat ein auto und war für die nächsten tage unser chauffeur. umed hat uns in einer kleinen wohnung einquartiert, uns frische weintrauben, pistazien und einen saft überlassen. der urlaub in tadschikistan konnte beginnen. aber obwohl es draußen schon hell wurde (wir hatten bereits den 7. august), führte unser nächster weg direkt ins bett.

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