die deutsche schreibweise ist angeblich "chudschand", international manchmal auch "khudzhand", egal wie man es schreibt, gesprochen wird es so wie man die deutsche version schreibt.

daß man sich in zentralasien befindet, wird einem spätestens auf dem platz vor der moschee klar. das haus, in dem wir wohnen, könnte im prinzip irgendwo in der ehemaligen sowjetunion stehen, aber eine solche moschee, die gibt es in kiew und moskau nicht.
der platz vor der moschee ist der einzige, an dem wir bettler getroffen haben. in tadschikistan wird nicht gebettelt, scheint mir. alle haben etwas zu tun, und wenn es nur saft verkaufen, schuhe putzen oder das vermieten einer personenwaage ist - total besoffen auf der straße herumliegen gibt es nicht.
die jungs müssen hier sehr früh mit anpacken, überall sieht man sie getränke verkaufen oder als ticketverkäufer in den kleintaxis. mädchen gehen mit ihren schwestern und tanten einkaufen. so lernt jeder früh, was er später einmal braucht. männer machen geschäfte, frauen den haushalt.
abduwali, unser fremdenführer, lernt seit drei monaten deutsch. er kann sätze wie "deutschland ist ein hochtechnologisiertes land" oder "ich denke tadschikistan braucht neue technologien in der landwirtschaftlichen produktion". sehr beeindruckend. nur fragen sollte man ihn nichts. weder wo die post ist, noch nach der uhrzeit oder seinen hobbies. dann brechen seine deutschkenntnisse in sich zusammen.
oh, und auf keinen fall sollte man ihn nach der landwirtschaftlichen produktion befragen. es besteht die gefahr, daß er in einen langen landwirtschaftlichen monolog verfällt...
trotz seiner hilfslosigkeit uns gegenüber hat er sich viel mühe gegeben. sein uralter mercedes war immer für uns bereit, er hat uns eine tadschikische telefonkarte besorgt und sogar für den spaziergang in der stadt hatte er einen passenden satz im repertoire: "möchten Sie ein museeum besuchen?"
um ihn nicht zu enttäuschen und weil eine diskussion darüber auch nicht möglich war, haben wir uns das museeum mal angesehen. um ehrlich zu sein. weder abduwali noch die angestellten des museeums wußten genau, was da eigentlich ausgestellt wird.
der platz vor der moschee ist der einzige, an dem wir bettler getroffen haben. in tadschikistan wird nicht gebettelt, scheint mir. alle haben etwas zu tun, und wenn es nur saft verkaufen, schuhe putzen oder das vermieten einer personenwaage ist - total besoffen auf der straße herumliegen gibt es nicht.
die jungs müssen hier sehr früh mit anpacken, überall sieht man sie getränke verkaufen oder als ticketverkäufer in den kleintaxis. mädchen gehen mit ihren schwestern und tanten einkaufen. so lernt jeder früh, was er später einmal braucht. männer machen geschäfte, frauen den haushalt.
abduwali, unser fremdenführer, lernt seit drei monaten deutsch. er kann sätze wie "deutschland ist ein hochtechnologisiertes land" oder "ich denke tadschikistan braucht neue technologien in der landwirtschaftlichen produktion". sehr beeindruckend. nur fragen sollte man ihn nichts. weder wo die post ist, noch nach der uhrzeit oder seinen hobbies. dann brechen seine deutschkenntnisse in sich zusammen.
oh, und auf keinen fall sollte man ihn nach der landwirtschaftlichen produktion befragen. es besteht die gefahr, daß er in einen langen landwirtschaftlichen monolog verfällt...
trotz seiner hilfslosigkeit uns gegenüber hat er sich viel mühe gegeben. sein uralter mercedes war immer für uns bereit, er hat uns eine tadschikische telefonkarte besorgt und sogar für den spaziergang in der stadt hatte er einen passenden satz im repertoire: "möchten Sie ein museeum besuchen?"
um ihn nicht zu enttäuschen und weil eine diskussion darüber auch nicht möglich war, haben wir uns das museeum mal angesehen. um ehrlich zu sein. weder abduwali noch die angestellten des museeums wußten genau, was da eigentlich ausgestellt wird.

interessant war es trotzdem. das museum ist in einer art burg oder festung. das beste gleich vorweg: innen gibt es eine klimaanlage! da es draußen über 40 grad im schatten waren, hatte sich das eintrittsgeld schnell gelohnt.
bevor es losging, haben wir uns pantoffeln über die schuhe gezogen. und dann sind wir zunächst einmal in den keller gegange, um die ausstellung sozusagen systematisch von unten nach oben zu durchschreiten. wie sich bald herausstellte war das gar nicht notwendig, denn das museum folgte offenkundig keinem system. der erste raum im keller war leer, keine erklärung, nix. an den wänden waren prächtige mosaiken mit griechisch anmutenden motiven. griechische götter usw. und dann war dort ein besonders großes mosaik mit einem mann, der scheinbar kein gott, aber doch ziemlich mächtig war. wie gesagt, es gab keine hinweisschilder oder ähnliches und abduwali konnte dazu auch nichts beitragen. ich habe ihn dann gefragt, ob das alexander der große ist (der heißt im osten übrigens überall alexander makedonskij) und er antwortete "ja". aus wikipedia weiß ich inzwischen: "Nach der Einnahme von Samarkand zog Alexander noch weiter bis zum Syrdarja und gründete dort im Mai 329 v. Chr. die Stadt Alexandria Eschatê („das entfernteste Alexandria“), das heutige Chudschand in Tadschikistan".
im zweiten kellerraum gab es irgendwelche urmenschen zu bestaunen, ur-tadschiken also. so habe ich mir das jedenfalls erklärt. wir sind dann wieder nach oben gegangen und dort war es dann schon bedeutend interessanter. die eigentliche ausstellung befand sich im hauptsaal des museums (der keller war wohl eher das kuriositätenkabinett), hier wurde man über die letzten jahrhunderte tadschikischer geschichte informiert. ich glaube das war für uns alle, ich schließe abduwali mal mit ein, ganz lehrreich. irgendwann hatten wir dann genug von der klimaanlage und allem und sind wieder auf die straße gegangen.
bevor es losging, haben wir uns pantoffeln über die schuhe gezogen. und dann sind wir zunächst einmal in den keller gegange, um die ausstellung sozusagen systematisch von unten nach oben zu durchschreiten. wie sich bald herausstellte war das gar nicht notwendig, denn das museum folgte offenkundig keinem system. der erste raum im keller war leer, keine erklärung, nix. an den wänden waren prächtige mosaiken mit griechisch anmutenden motiven. griechische götter usw. und dann war dort ein besonders großes mosaik mit einem mann, der scheinbar kein gott, aber doch ziemlich mächtig war. wie gesagt, es gab keine hinweisschilder oder ähnliches und abduwali konnte dazu auch nichts beitragen. ich habe ihn dann gefragt, ob das alexander der große ist (der heißt im osten übrigens überall alexander makedonskij) und er antwortete "ja". aus wikipedia weiß ich inzwischen: "Nach der Einnahme von Samarkand zog Alexander noch weiter bis zum Syrdarja und gründete dort im Mai 329 v. Chr. die Stadt Alexandria Eschatê („das entfernteste Alexandria“), das heutige Chudschand in Tadschikistan".
im zweiten kellerraum gab es irgendwelche urmenschen zu bestaunen, ur-tadschiken also. so habe ich mir das jedenfalls erklärt. wir sind dann wieder nach oben gegangen und dort war es dann schon bedeutend interessanter. die eigentliche ausstellung befand sich im hauptsaal des museums (der keller war wohl eher das kuriositätenkabinett), hier wurde man über die letzten jahrhunderte tadschikischer geschichte informiert. ich glaube das war für uns alle, ich schließe abduwali mal mit ein, ganz lehrreich. irgendwann hatten wir dann genug von der klimaanlage und allem und sind wieder auf die straße gegangen.

überall in khujand sieht man die berge am horizont, im norden das alai-gebirge (dahinter liegt kirgistan) und im süden das tianshan (dahinter kommt man in den südlichen teil tadschikistans bis hinein ins pamir-gebirge). unglaubliche 70% des landes sind hochgebirge, über die hälfte liegt über 3000m.

khujand liegt im ferghanatal am fluß syrdarja (der übrigens in den aralsee mündet und dort fast kein wasser mehr hat, bzw. manchmal den see gar nicht mehr erreicht), dadurch ist die region so eine art grüne oase in tadschikistan, mit baumwollproduktion, wasser- und honigmelonen, weintrauben, usw. an fast jeder straße laufen ununterbrochen mehrere wasserhähne und bewässern den straßenrand. nur in der wohnung gibt es manchmal kein wasser.

nach einem ersten spaziergang in der stadt und einer langen ruhepause im schatten am fluss sind wir auf dem rückweg auf dem markt gegenüber der moschee gewesen. nach auskunft aller, mit denen wir gesprochen haben, ist dieser markt der größte in zentralasien. ob das stimmt, weiß ich nicht, aber es ist definitiv der größte auf dem ich bisher gewesen bin. verkauft wird im prinzip alles, was man sich vorstellen kann (außer postkarten, aber das ist eine andere geschichte). man sollte seine ansprüche was hygiene angeht am besten zu hause lassen. vor allem, wenn man sieht wie und welches fleisch dort verkauft wird, wird man zum vegetarier. ich will darauf nicht näher eingehen. die menschen essen es und es geht ihnen gut dabei. viel interessanter sind die unmengen an wassermelonen, die in khujand verkauft werden, zu einem spottpreis von umgerechnet wenigen cent. wie gesagt, es gab dort so viel zu sehen, ich kann das gar nicht alles aufzählen. leider war es schon spät und der markt hat langsam dicht gemacht. in der großen halle wurde schon eingepackt und draußen war ein geschiebe und gedränge, daß ich froh war als ich mich irgendwann wieder frei bewegen konnte (der markt erstreckt sich über sämtliche nebenstraßen).

der erste tag in tadschikistan endete bei unserem gastgeber umed. umed wohnt mit seiner mutter (und inzwischen seiner frau) in einem haus am stadtrand. die häuser in tadschikistan sind wie kleine festungen gebaut. zur straße hin gibt es im prinzip keine fenster, nur ein hoftor. im innenhof gibt es dagegen viel platz. auf umeds hof gibt es überall wein, der einem über den köpfen quasi in den mund wächst, es gibt blumen, einige schuppen, eine garage und das haus besteht aus vielen zimmer, die nebeneinandergebaut sind und durch die terasse verbunden sind.
es waren viele frauen dort, die bei den hochzeitsvorbereitungen geholfen haben, die haben im prinzip ständig etwas zu essen hervorgezaubert. die frauen sitzen an einem eigenen platz, alle sitzen auf dem boden oder auf dem katt, einem großen tisch, AUF dem man sitzt. wir, die männer und sasha haben auf dem katt gesessen und gegessen. es gab die typische tadschikische speisekarte: wasser- und honigmelonen, brot, weintrauben (hell und dunkel), pistazien, mandeln und andere nüsse und natürlich pilaw (auf russisch plow, in zentralasien palav), ein reisgericht mit fleischstückchen drin. (kleiner tipp: am besten nicht zugucken wie das fleisch zubereitet wird). alles schmeckt prima, die honigmelonen sind so süß wie sie bei uns nie sind, weintrauben gibt es ebenfalls in unbegrenzten mengen und mein persönlicher favorit: pistazien. bei uns sind die so teuer und dort gibt es sie überall.
es waren viele frauen dort, die bei den hochzeitsvorbereitungen geholfen haben, die haben im prinzip ständig etwas zu essen hervorgezaubert. die frauen sitzen an einem eigenen platz, alle sitzen auf dem boden oder auf dem katt, einem großen tisch, AUF dem man sitzt. wir, die männer und sasha haben auf dem katt gesessen und gegessen. es gab die typische tadschikische speisekarte: wasser- und honigmelonen, brot, weintrauben (hell und dunkel), pistazien, mandeln und andere nüsse und natürlich pilaw (auf russisch plow, in zentralasien palav), ein reisgericht mit fleischstückchen drin. (kleiner tipp: am besten nicht zugucken wie das fleisch zubereitet wird). alles schmeckt prima, die honigmelonen sind so süß wie sie bei uns nie sind, weintrauben gibt es ebenfalls in unbegrenzten mengen und mein persönlicher favorit: pistazien. bei uns sind die so teuer und dort gibt es sie überall.
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